Antikörpertest

Der Test — kein leichter Schritt!

Ohne die Einwilligung des Patienten ist die Durchführung eines HIV-Antikörpertests in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt. Außerdem ist eine Beratung bei AIDS-Hilfen, Gesundheitsämtern oder bei niedergelassenen ÄrztInnen vor und nach dem Test sinnvoll.
Hilfreich kann es sein, mit einer Begleitperson zum Abholen des Testergebnisses zu kommen.

Wenn Sie ein HIV-Risiko hatten...

- ...und einen HIV-Antikörpertest machen wollen, sollten Sie sich unbedingt ausführlich persönlich bei einem Arzt, beim Gesundheitsamt oder in einer AIDS-Beratungsstelle beraten lassen.

- ...und keinen HIV-Antikörpertest machen wollen, müssen Sie sich zukünftig so verhalten, als ob Sie infiziert wären: also konsequent Safer Sex mit allen SexualpartnerInnen.

Was sagt der Antikörpertest nicht aus?

Er kann Sie nicht vor einer Ansteckung schützen. Auch wenn der HIV-Antikörpertest negativ ausgefallen ist, müssen Sie sich künftig vor einer Ansteckung schützen.

Der HIV-Antikörpertest kann keine Aussage über eine Infektion in den letzten 12 Wochen machen, da die Antikörper erst nach diesem Zeitraum nachgewiesen werden können. Der Missbrauch des negativen Testergebnisses in Partnerclubs oder in Bordellen ist irreführend und vermittelt eine trügerische Sicherheit.

Der HIV-Antikörpertest kann keine Aussage über die Zukunft machen. Falls Sie infiziert sind, kann er nicht vorhersagen, ob oder wann Sie an AIDS erkranken. Er ist also kein "AIDS-Test".

Wann ist der Antikörpertest sinnvoll?

Ein Test sollte immer dann erwogen werden, wenn Sie ein Ansteckungsrisiko vermuten.

- bei Krankheitssymptomen wie anhaltendes Fieber, andauernde massive Durchfälle, lang anhaltender Nachtschweiß, Hauttumoren oder andauernde Schwellungen der Lymphknoten. In solchen Fällen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

- vor einer geplanten Schwangerschaft. Eine infizierte Mutter kann den HI-Virus auf ihr Kind übertragen. Deshalb ist vor einer geplanten Schwangerschaft eine Beratung und ggf. ein Test für beide Partner empfehlenswert.

- beim Wunsch nach ungeschützter Sexualität. Paare mit dem Wunsch nach Sex ohne Kondom sollten sich testen lassen, falls ein früheres Infektionsrisiko nicht auszuschließen ist.

- falls Sie früher (vor 1985) Bluttransfusionen oder Blutprodukte bekommen haben, deren HIV-Sicherheit nicht gewährleistet war. Heute ist in Deutschland eine Ansteckung auf diesem Weg praktisch ausgeschlossen.

Gegen den HI-Virus (engl. human immunodeficiency virus) bildet das menschliche Immunsystem Antikörper. HIV-positiv zu sein bedeutet, dass man Antikörper gegen den Virus im Blut nachweisen kann. Prinzipiell gibt es aber zwei Wege zum Nachweis einer HIV-Infektion: den direkten Virusnachweis und den Antikörpernachweis.

Der direkte Virusnachweis

Ein direkter Virusnachweis ist mit einer sogenannten Polymerasekettenreaktion (PCR Abk. für engl. polymerase chain reaction) möglich, mit der Teile des HIV-Erbgutes vervielfältigt und sichtbar gemacht werden können.

Der HIV-Antikörpernachweis

Der derzeit am weitesten verbreitete HIV-Test ist eine Untersuchung zum Nachweis von Antikörpern, die bei Infizierten in der Regel im Blutserum vorhanden sind. Das Serum ist der flüssige Anteil des Blutes ohne Blutkörperchen, der im Unterschied zum Plasma keine Gerinnungsbestandteile mehr enthält.

Die Antikörper im Serum werden während des Tests an ein Antigen, das HI-Virus, gebunden und dieser sogenannte Antigen-Antikörper-Komplex anschließend biochemisch nachgewiesen. In den ersten 12 Wochen nach der Infektion haben sich allerdings noch nicht ausreichend Antikörper im Serum gebildet, um in einem der gängigen Testverfahren nachgewiesen werden zu können.

Hierfür werden empfindlichere Tests benötigt. Mit der PCR beispielsweise läßt sich der nicht diagnostizierbare Zeitraum überbrücken, da hier das Virus direkt nachgewiesen werden kann.

Wo können Sie sich beraten
und testen lassen?

Bei den meisten Gesundheitsämtern kann ein anonymer kostenpflichtiger (in Wiesbaden derzeit 10,00 Euro) HIV-Antikörpertest durchgeführt werden. Sie werden dort anonym beraten und untersucht. Selbstverständlich können sie eine anonyme persönlich bzw. telefonische Testberatung bei den ortsansässigen AIDS-Hilfen in Anspruch nehmen.

Die AIDS-Hilfe Wiesbaden e.V. bietet derzeit monatlich kostenlose, anonyme HIV-Antikörpertests an.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Hinweisen rechts oder links auf jeder unserer Internetseiten und ggf. in den Veranstaltungshinweisen.

Niedergelassene Ärzte können den Test im Rahmen der Diagnostik auf Kosten der Krankenkassen durchführen. Wird der Test auf eigenen Wunsch durchgeführt, ist er nicht anonym und in der Regel teurer als bei einem Gesundheitsamt.

Wenn der Antikörpertest positiv ist

Eine HIV-Infektion verändert das Leben grundlegend. Doch die Chancen auf eine längere Zeit ohne Krankheitssymptome haben sich in den letzten Jahren deutlich gebessert. Voraussetzung: Sie leben gesundheitsbewusst, Sie lassen sich regelmäßig medizinisch betreuen und Sie halten sich an den Rat Ihres Arztes.

HIV-positiv sein heißt, lebenslang für andere Menschen ansteckend zu sein. Im Blut, Scheidensekret, Samenflüssigkeit und der Muttermilch ist der HI-Virus hoch konzentriert vorhanden. Auch wenn das Virus als Folge der Medikamente im Blut nicht mehr nachweisbar ist, so besteht immer noch eine hohe HIV-Konzentration in den o.g. Körperflüssigkeiten. D. h., Sie können andere anstecken!

Im eigenen Interesse ist es sinnvoll, alle behandelnden Ärzte über die HIV-Infektion zu informieren. Dadurch können wichtige Entscheidungen für Diagnose und Behandlung getroffen werden. Sie sollten Ihre SexualpartnerInnen über die Infektion informieren. Die konsequente Benutzung von Kondomen bei Sexualkontakten ist unbedingt notwendig.