Prävention

Safer Sex

Schützen Sie sich!

Wirksamen Schutz vor einer Ansteckung gibt Safer Sex. Das sind sexuelle Kontakte, bei denen keine Samen- oder Scheidenflüssigkeit und kein Blut in den Körper der Partnerin oder des Partners gelangen. Safer Sex schützt übrigens auch vor einer ungewollten Schwangerschaft, und auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Deshalb: Immer, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind – Safer Sex und Kondome!

Safer Sex heißt: Auf jeden Fall Kondombenutzung vor dem Vaginal- oder Analverkehr. Beim Analverkehr zusätzlich reichlich fettfreies, wasserlösliches Gleitmittel verwenden.

Oder Sex ohne "Eindringen" des Gliedes in eine Körperöffnung des Partners / der Partnerin.

Absoluten Schutz vor einer HIV-Infektion bei Sex gibt es nur bei sexueller Enthaltsamkeit oder in einer treuen Partnerschaft zwischen zwei nicht infizierten Partnern.

Beim Oralverkehr sollte vor allem kein Sperma in den Mund gelangen. Über die Virusmenge im so genannten Lusttropfen kann man keine sicheren Aussagen machen. Wer ganz sichergehen will, sollte auch beim Oralverkehr ein Kondom verwenden.

In der Scheidenflüssigkeit ist die HI-Viruskonzentration ebenfalls hoch – also ist eine Infektion bei vaginalem Verkehr möglich. Während der Menstruation besteht wegen der möglichen Blutbeimengungen ein erhöhtes Infektionsrisiko für den Mann.

Kondome

Was Sie über Kondome wissen sollten

Kondome bestehen meist aus einer nur wenige hundertstel Millimeter dünnen, hochelastischen und gleichzeitig sehr belastbaren Latexhaut. Sie sind bei richtiger Anwendung sehr zuverlässig. Es gibt auch latexfreie Kondome aus Polyurethan (PU). Ihre Sicherheit liegt nach heutigem Wissen auf gleichem Niveau wie bei Latexkondomen. Sie sind vor allem für Menschen mit einer Latexallergie empfehlenswert.

Verwenden Sie nur Produkte mit dem hohen europaeinheitlichen Sicherheitsstandard. Auf der Verpackung finden Sie die CE-Kennzeichnung [CE] mit einer Nummer der Prüfstelle. Wichtig: das Haltbarkeitsdatum!

Kondome dürfen nur einmal verwendet werden. Sie sollten keinen höheren Temperaturen – zum Beispiel Sonnenhitze – ausgesetzt werden.

Als Gleitmittel (insbesondere beim Analverkehr) dürfen bei Latex-Kondomen nur wasserlösliche Produkte verwendet werden (zum Beispiel Femilind oder Soft Glide). Öl- und fetthaltige Produkte (wie zum Beispiel Vaseline, Hautcremes oder Lotionen) machen Latex-Kondome spröde und führen zum Zerreißen schon bei geringer Beanspruchung.

Wenn das Kondom reißt

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passieren, dass z. B. durch ein gerissenes oder abgerutschtes Kondom die Gefahr einer HIV-Ansteckung besteht, kann eine Infektion durch Sofortmaßnahmen und ggf. die rechtzeitige Einnahme bestimmter Medikamente möglicherweise verhindert werden.

Es ist bekannt, dass gezielte therapeutische Maßnahmen das Infektionsrisiko bei Unfällen im Medizinbereich wie z. B. Nadelstichverletzungen senken können. Es gibt heute die Möglichkeit, das gleiche Prinzip auch bei sexueller HIV-Ubertragung zu nutzen (so genannte PEP, Post-Expositions-Prophylaxe). Hierzu muss ggf. möglichst rasch (maximal 72 Stunden) nach einem eindeutigen Risikokontakt mit der Einnahme von Medikamenten begonnen werden, die zur Behandlung von HIV und Aids eingesetzt werden. Dadurch hofft man, die Einnistung von HIV im Körper (also eine Ansteckung) noch verhindern zu können.

Die Erfahrungen hiermit sind heute noch nicht umfassend genug, um zuverlässige und umfassende Aussagen über die Wirksamkeit machen zu können. Sinnvoll ist eine PEP (nur) in folgenden Situationen:

- bei ungeschütztem analen oder vaginalen Geschlechtsverkehr mit einem eindeutig HIV-positiven Menschen (z. B. wegen eines gerissenen Kondoms);

- bei ungeschütztem Oralverkehr, wenn hierbei Sperma eines eindeutig HIV-infizierten Partners aufgenommen wurde;

- beim Gebrauch von Spritzbesteck nachgewiesen HIV-infizierter Menschen.

Je früher sie einsetzt, desto wirksamer ist die PEP. Hierzu sollten Sie und Ihr Partner oder Ihre Partnerin die HIV-Ambulanz einer Klinik, oder, wenn diese für Sie nicht so schnell erreichbar ist, eine HIV-Schwerpunktpraxis aufsuchen. Der Arzt kann nach einem klärenden Gespräch unverzüglich mit der Therapie beginnen, wenn er die Notwendigkeit bzw. Sinnhaftigkeit einer PEP geklärt hat. Die Medikamente müssen nach einem strikten Zeitplan ca. 4 Wochen lang eingenommen werden. Es können Nebenwirkungen auftreten. Wenn eine der genannten Risikosituationen vorgelegen hat und der Arzt die Therapie verordnet, können die Kosten eventuell im Einzelfall von der Krankenkasse übernommen werden. Es ist aber auch möglich, dass Ihre Kasse dies ablehnt und Sie die (nicht geringen) Kosten selbst übernehmen müssen.

Als Notfallmaßnahme zur Verhütung einer Schwangerschaft kann durch die "Pille danach" innerhalb 24 bis spätestens 48 Stunden die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert werden. Suchen Sie innerhalb der nächsten 24 Stunden Beratung beim Frauenarzt oder in einem Krankenhaus mit gynäkologischer Abteilung!

Unbedingt sollten Sie bzw. Ihr/e PartnerIn zur möglichst weitgehenden Minderung des Ansteckungsrisikos sofort Folgendes tun:

- Bei oralem Sex infektiöses Sperma sofort ausspucken, den Mund ausspülen und - falls vorhanden - mit möglichst hochprozentigem (mindestens 40%igem) Alkohol nachspülen;

- Bei vaginaler oder analer Aufnahme von Sperma keine inneren Spülungen vornehmen, da dadurch die Infektionsgefahr durch mögliche Verletzungen eher erhöht als verringert wird. Durch Stuhlgang können Sie versuchen, aufgenommenes Sperma teilweise aus dem Enddarm zu entfernen. Äußerliches Abbrausen kann zusätzlich zur Risikominderung beitragen.

- Nach aktivem Vaginal- oder Analverkehr können Sie die Infektionsgefahr durch Urinieren und Abbrausen des Gliedes vermindern.

Die persönliche Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (01805 / 555 444 (12 Ct./Min. bzw. 0221 / 89 20 31, Mo-Do von 10.00-22.00 Uhr, Fr-So von 10.00-18.00 Uhr) berät Sie zur PEP und kann im Notfall akut Betroffenen (für die meisten Gebiete Deutschlands) auch individuell medizinische Ansprechpartner benennen. Eine Beratung zur PEP kann auch unabhängig von einem konkreten Notfall stattfinden, z. B. bei Partnerschaften, in denen ein Partner HIV-positiv ist.